Sonntag, 9. August 2015

Rettungsgasse

Freunde der Nacht ...


In den letzten Tagen habe ich immer wieder verschiedene Post's in einem sozialen Netzwerk zum Thema Rettungsgasse gefunden und (mit zum Teil Erschrecken) lesen oder sehen müssen.


Hier nur mal ein paar Beispiele:






Hier mal ein Video-Beispiel:




...  und gleich noch ein Video:






Immer wieder geschehen solche Situationen. Ich kenne dies selbst aus Sicht derer, die mit Discobeleuchtung und Dachorchester auf der Autobahn unterwegs sind, als auch aus der Sicht von Verkehrsteilnehmer. Auf Grund verschiedener Aktivitäten habe ich alleine letztes Wochenende ca. 1'000 km auf Deutschland's Autobahnen verbracht und insgesamt ca. 100 km Stau erlebt. Leider hat kaum einer daran gedacht mal Platz zu machen. Im Gegenteil, sobald ich auf den Standstreifen (zur Hälfte) gewechselt hatte, versuchten sofort die folgenden Fahrzeuge mich in der Mitte zu überholen. Dazu habe ich mal ein Foto gemacht (pöse wie ich bin ... während der Auto"fahrt" das Handy benutzt):






Leute, Leute, Leute ...

Auch, wenn sich nicht direkt hinter einem ein Fahrzeug mit Sonder- und Wegerechten nähert, warum kann man nicht mal automatisch eine Rettungsgasse für den Fall der Fälle bilden. Schließlich kann auch mal ein Intensivtransport durch den Stau müssen, schließlich kann auch in einem verkehrsbedingtem Stau mal ein Unfall geschehen und Rettungskräfte müssen durch. Aber nein. Man bleibt schön auf der eigenen Fahrspur.


Einfach nur traurig und zum Teil auch fragwürdig, wo so manch Straßenverkehrsteilnehmer seinen Führerschein erhalten hat??


Eine Rettungsgasse zu bilden ist im Prinzip so simple, schaut auf folgendes Bild! Beim nächsten Stau auf der A1, A3, A7 etc. seit doch mal ein Vorbild und versucht genau dies bei einer Staubildung einzuhalten, egal ob es direkt vor euch einen Verkehrsunfall gab oder ob es sich "nur" um einen "Baustellenstau" handelt ;-)  Euer Verhalten, euere Reaktion kann ggf. über Leben und Tod entscheiden und denkt bitte daran, auch ihr könntet in dem Fahrzeug sitzen (eingeklemmt sein), welches Hilfe benötigt ;-)





Ich hoffe, ihr könnt eine vernünftige Rettungsgasse bilden, die auch (uns) den Rettungskräften helfen!!!! Wer die Abmessungen seines Auto's nicht kennt und nicht einschätzen kann, sollte sich übrigens über die Neuanschaffung eines anderen Fahrzeuges Gedanken machen. Auch hierfür habe ich Links beigefügt:

Link I

Link II

Link III





Samstag, 18. Juli 2015

Gaffer ...

Moin Moin und Guten Abend zusammen.



Also, meine Einstellung zur Presse, zum Journalismus in Deutschland hat sich heute etwas verbessert. Ich habe heute nämlich einen Artikel im Internet gefunden, der besser nicht geschrieben sein könnte.


Wer mich nicht nur hier als Weblogger kennt, sondern mich auch persönlich kennt der weiss, dass ich selbst als Ehrenamtler mit blauem Licht auf dem Dach unterwegs bin, der weiss, dass ich selbst bei verschiedenen Organisationen ehrenamtlich aktiv war und es zum Teil auch noch bin.


Häufig gibt es Situationen, in denen man sich zum Beispiel bei der Feuerwehr (ehem.) denkt: "Was findet ihr geil daran, dieses Schicksal jetzt zu sehen, Fotos zu machen, das zu beobachten"?


Ich selber musste - an dieser Stelle schreibe ich einfach mal musste - auch schon Situationen erleben, in denen Gaffer die Anfahrt zum Einsatzort blockiert haben. Situationen, in denen man wegen Gaffern Zeit, wertvolle Zeit, verloren hat. Zeit verloren hat in der man helfen könnte, in der man Leben retten könnte. Leider wird dies jedoch immer schwerer, weil es immer mehr Faszinationsgeilheit gibt. Immer mehr Leute stehen um einen Unfallort herum und schauen lieber zu wie jemand stirbt, bevor sie zur Seite gehen und so Leben - MENSCHENLEBEN(!!!!!!) - retten könnte. 


Daher finde ich diesen Artikel auch so genial, dass ich mir erlaube ihn hier mal in voller Länge zu präsentieren:



"Feuerwehrler: Verdammte Gaffer! Irre Anfeindungen!




München - In der fünften Folge unserer Feuerwehr-Serie klagen ehrenamtliche Lebensretter über Gaffer am Einsatzort. Und: Sie ärgern sich über Bürger, die sie im Einsatz anfeinden.

Der Tod des Feuerwehrmanns Michael Herklotz (46) aus Anzing (Kreis Ebersberg) hat viele Menschen bestürzt. In der Folge wollten wir wissen, welche Belastungen die ehrenamtlichen Lebensretter erdulden müssen. Nach unserem Aufruf erreichte uns eine unerwartet große Zahl an Zuschriften, in denen Feuerwehrmänner und -frauen extreme Belastungen schildern, denen sie ausgesetzt sind. Dabei gehen den Feuerwehrleuten längst nicht nur die schlimmen Bilder von Verletzen und Toten an die Substanz. Zunehmend machen den Rettern die mangelnde Anerkennung, die Vorurteile und Intoleranz mancher Bürger, die Anfeindungen im Einsatz sowie die bürokratischen und (kommunal-)politischen Schikanen zu schaffen.

Anwohner beschwert sich: Löscharbeiten sind zu laut!
Man möchte es kaum glauben: Da löscht die Feuerwehr ein brennendes Haus. Und einem Anwohner ist der Rettungseinsatz zu laut. Außerdem berichtet uns ein Feuerwehrler über Bürger, denen in der Nacht das Martinshorn zu laut ist.

"Wir wurden nachts zum Brand einer größeren Scheune gerufen. Der Besitzer wohnte neben dieser Scheune und ließ sich nicht blicken. Während die Löscharbeiten auf Hochtouren liefen, kam seine Frau aus dem Wohnhaus und bat uns, leiser zu sein, weil ihr Mann (der Eigentümer!!) schlafen möchte. Diese Geschichte hat sich wirklich so abgespielt. Als Feuerwehrmann, der sich die Nacht um die Ohren schlägt und auch keinen Schlaf findet, möchte man in so einem Moment am liebsten alles zusammenpacken und die Bude abbrennen lassen.
In einem anderen Fall hat sich ein Bürger beschwert, weil wir nachts auf der Anfahrt zum Einsatz das Martinshorn benutzen. Allerdings machen wir das wirklich nur in schwerwiegenden Fällen, z.B. Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person, aber nicht bei einer Ölspur. Aber scheinbar fühlte sich dieser Bürger, der selber einmal bei unserer Feuerwehr war und im Gemeinderat sitzt, durch uns gestört. An Fasching fährt er aber mit seinem Traktor und dem Faschingswagen stundenlang durch die Ortschaft und macht dort seinen privaten Faschingsumzug mit einer lauten Musik, dass die Fensterscheiben wackeln. Dass sich dadurch jemand gestört fühlen könnte, ist ihm völlig egal. Doch im Vergleich zum Faschingswagen rückt die Feuerwehr nicht zum Vergnügen aus."
Anonym
Feuerwehrler: Gaffer zeigt seinem Sohn Todesopfer an Unfallstelle
Erst vor kurzem sorgten Gaffer bei einem Unfall in Schongau für Ärger. Dort behinderten sie sogar den Rettungseinsatz. Die Feuerwehr musste extra Decken zum Hubschrauber tragen, um die Verletzten vor den Blicken der Schaulustigen zu schützen. Dass so etwas kein Einzelfall ist, berichtet uns ein Feuerwehrler aus dem Kreis Erding.    


"Wir wurden damals auf eine Verkehrsunfall alarmiert. Nach kurzer Anfahrt waren wir vor dem Rettungsdienst an der Einsatzstelle. Der Auftrag, der mir zuteil wurde, war die Erstversorgung der noch im Fahrzeug eingeklemmten Person. Als dann der Rettungsdienst wenig später eintraf, übergab ich den Patienten, half dann bei der technischen Rettung. Das Verletzungsbild des Patient hat mich dann derartig schockiert, dass ich mich anschließend zurück ziehen und mich erst mal sammeln musste. Dann hörte ich von hinten, wie ein Passant der hinter der Absperrung stand sagte.: 'Wenn der Feuerwehrler nicht so viel rumsitzt und mehr arbeitet, kommen wir auch schneller weg, faule Säcke... Ich bin aus allen Wolken gefallen.... Null Achtung, null Respekt.


Und dann noch eine Geschichte: Es war auch wieder ein Verkehrsunfall, wo es leider ein Todesopfer gab. Die Kollegen kämpfen gerade um das Leben des Fahrers. Sie reanimieren ihn. Als sich ein Gaffer und sein Sohn an die Einsatzstelle 'verirrt' haben, sagt der Vater ernsthaft: "Schau mein Sohn: so sieht ein Toter aus!” Auf den Pfiff des Einsatzleiters wird nicht reagiert. Erst nachdem die Polizei eingegriffen hat, ist der Gaffer unter großem Protest gegangen."

Feuerwehrler aus dem Kreis Erding 
 
Feuerwehrler: Immer wieder wurden Fotos vom tödlichen Unfall gemacht
Kennen Gaffer eigentlich so etwas wie Pietät? Das muss man sich angesichts der Schilderung eines Feuerwehrmannes aus Greiling (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen) ernsthaft fragen. Er berichtet von Gaffern, die bei einem tödlichen Unfall ständig fotografierten. Die Feuerwehr musste das Fahrzeug immer wieder abdecken: 

"Es gibt Einsätze, da würde man lieber den Alarm nicht hören... . So geschehen im Spätherbst 2014, als der Alarm kam: Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person auf der B472 nahe Bad Tölz. Als wir am Nachmittag gegen 14:30 Uhr an die Einsatzstelle kamen, sah ich zuerst nur einen LKW-Kran stehen. Als ich dann auf die andere Seite sah, entdeckte ich das Unfallfahrzeug. Die Helfer des Roten Kreuzes schüttelten nur noch den Kopf, als wir zu dem Fahrzeug eilten. Die eingeklemmte Person war bereits verstorben. Ich bin schon 18 Jahre bei der Freiwilligen Feuerwehr, aber solch ein Bild habe ich noch nie gesehen.
Wir sicherten die Unfallstelle ab, warteten auf den Unfallgutachter, und mussten den Leichnam aus dem Fahrzeug befreien. Der Einsatz zog sich über mehrere Stunden. Und immer wieder mussten wir das Fahrzeug wieder abdecken, da Fotos vom Fahrzeug gemacht wurden. Das Schlimme bei diesen Einsätzen ist das Umgehen mit den Gedanken, die kann dir keiner nehmen, und die Familie Zuhause leidet mit, Tage lang.
Feuerwehrler aus Greiling


"Feuerwehrverbot" vom Arbeitgeber: "Die Existenz der Firma ist wichtiger, als jedes Menschenleben!"
"Ich bin jetzt seit nunmehr vier Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr Oberschleißheim und fahre seit zwei Jahren aktiv Einsätze. Auch in der örtlichen Bereitschaft und der DLRG bin ich tätig. In allen drei Organisationen wurde ich bis jetzt immer mit einem konfrontiert: Nämlich der Verständnislosigkeit und dem Egoismus anderer Menschen.


Wir verlangen ja nicht, dass uns jeder als Held sieht oder sich jeder, dem wir helfen, mit einem riesen Präsentkorb belohnt. Nein, wir machen das alles letztendlich ehrenamtlich, weil wir alle uns berufen sehen, unseren Mitmenschen in der Not zu helfen. Am meisten rühren mich ältere Leute, die sich extrem freuen, wenn man ihnen nur einen kleinen Gefallen getan oder die Tür geöffnet hat, weil der Ofen noch lief und sie sich ausgesperrt haben.
Von besonders jüngeren und den Erwachsenen (besonders Geschäftsleuten) bekommt man jedoch leider immer mehr Egoismus zu spüren. Dann hört man solche Sätze:'
  • 'Ich hab nicht den ganzen Tag Zeit'
  • 'Macht es ihnen Spaß, die Straße grundlos zu sperren?'
  • 'Sie machen das Blaulicht auch nur an, um schneller von A nach B zu kommen'
  • 'Wieso hat das denn so lange gedauert?'
Am meisten schockierte mich ein Vorfall vor einigen Jahren. Damals arbeitete ich als Praktikant in einem Fotostudio und begann jeden Morgen um 9 Uhr mit der Arbeit. Am nächsten Tag stand ein wichtiges Shooting an, jedoch wurde ich schon um 6 Uhr von meinem Funkmeldeempfänger aus dem Schlaf gerissen. 'Verkehrsunfall mit Gefahrgut LKW. Eine Person eingeklemmt' hieß es. Ich fuhr daraufhin ins Feuerwehrhaus und bin mit meinen Kollegen, der Feuerwehr Garching, Hochbrück, Badersfeld, Berufsfeuerwehr München und dem ABC-Zug zur Unfallstelle auf der A9 gefahren. Das Führerhaus des LKW war komplett abgerissen und der Fahrer darin eingeklemmt. Dem PKW-Fahrer, der mit in den Unfall verwickelt war, ist Gott sei Dank nichts passiert. Die Feuerwehr Garching übernahm die Rettung des LKW. Unsere Feuerwehr übernahm die Verkehrsabsicherung und Umleitung von der Autobahn. Auch hier wurden wir wieder wüst beschimpft.


Wohlwissend, dass dieser Einsatz länger dauern könnte, gab ich gegen 8 Uhr in der Arbeit Bescheid, dass es bei mir später werden könnte. Unser Kommandant organisierte, nachdem die meiste Arbeit erledigt war, eine Fahrgelegenheit, für alle die dringend in die Arbeit mussten. Um ca. 9 Uhr bin ich dann von der Einsatzstelle weggekommen. Da jedoch Richtung Oberschleißheim sich alles gestaut hatte und ich mich auch noch duschen musste, kam ich dann erst gegen halb 11 in der Arbeit an.


Dort wurde ich dann auch gleich zum Gespräch gebeten. Man sagte mir, dass so ein Verhalten nicht akzeptabel sei. Es gehe bei den Jobs um die Existenz der Firma. Auch nach meiner Erklärung der Schwere des Unfalls und der Dringlichkeit schneller Hilfe wurde ich abgeblockt und bekam Sprüche vorgetragen, die mich fast aus den Schuhen geschmissen hätten:
  • 'Die Existenz der Firma ist wichtiger, als jedes Menschenleben'
  • "Du bist nur einer von vielen, ohne dich hätten sie es genauso geschafft"
  • 'Wenn nicht genügend Leute da sind, dann muss das eben die Berufsfeuerwehr machen.'
  • 'Keine Gemeinde der Welt kann mir den Schadensersatz zahlen, wenn mir der Job gekündigt wird.'

Daraufhin wurde mir wörtlich 'Feuerwehrverbot' erteilt. Mir wurde auferlegt, an keinen Einsätzen mehr, weder während der Arbeit noch danach oder in der Nacht, teilzunehmen. Begründet wurde dies folgendermaßen: 'Du musst dich schließlich in der Nacht erholen, damit du fit bist in der Arbeit'.
Ich war nach dem Gespräch so geplättet und hab wirklich an sämtlicher Menschlichkeit gezweifelt, aber mir auch ernsthaft überlegt, was wohl gewesen wäre, wenn mein damaliger Chef in dem LKW gewesen wäre. Weil wenn diejenigen selbst mal in Not geraten, sind Sie dankbar um jeden der hilft, und dieser soll am besten alles liegen und stehen lassen.


Kaum einer weiß, wie stark die Belastung in der Feuerwehr, dem Rettungsdienst oder der Wasserrettung ist. Du musst an 365 Tagen im Jahr 24 Stunden in jedem Augenblick 200 Prozent geben können. Wenn man Glück hat, startet man seine Einsätze mit Feuermeldern, Ölspuren, leichten Auffahrunfällen und arbeitet sich an Schlimmeres ran. Aber man kann auch gleich an seinem ersten Tag mit einem schweren Verkehrsunfall mit mehreren Verletzten und Toten konfrontiert werden. Keiner fragt nach, warum die Fahrbahn gesperrt ist oder wir gerade den Weg blockieren. Jeder will nur sein Handy zücken und Fotos machen anstatt zu helfen oder einfach nur rechtzeitig ankommen.Dass ein paar Meter weiter um das Leben eines Menschen gekämpft wird, das interessiert doch keinen.


Und dass man in der Nacht Beschwerden erhält, wenn man mit Martinshorn fährt, weil andere Leute schlafen wollen, das ist auch schon Alltag. Zumal wir die alle anscheinend aufwecken. All diese Dinge sind mir in nicht mal zwei Jahren passiert. Ich will gar nicht wissen, was da erst ein alter Hase sagt. Vermutlich könnte er darüber ein ganzes Buch schreiben. Fakt ist und bleibt, dass der Job sich stark geändert hat und viele Leute, welche Verständnislosigkeit und Egoismus an den Tag legen, die Leute verdrängen, welche dankbar sind für das, was alle Mitglieder in Hilfsorganisationen nicht nur hauptamtlich, sondern vor allem ehrenamtlich leisten. In diesem Sinne: Gott zur Ehr' dem nächsten zur Wehr!"
Marco Thalmeier, Oberschleißheim


Feuerwehrfrau: Wir sind doch keine Feierwehr!
Eine Feuerwehrfrau aus dem Raum München beklagt sich über Vorurteile von Bürgern. Sie stellt klar: Die Freiwillige Feuerwehr trifft sich nicht nur zum Saufen!
"Ich gehöre einer Freiwilligen Feuerwehr im Raum München an und bin selber seit sieben Jahren dabei. Seit kurzem auch im aktiven Dienst. Ich habe noch keine richtigen Einsätze mitverfolgen können, aber ich bekomme die Urteile der Bürger sehr gut mit! Viele von Ihnen haben einfach nur Vorteile gegen die Feuerwehr, sie wissen einfach nicht genau, welch einer Belastung wir eigentlich ausgesetzt sind. Aber ja, wir sind ja laut der Bürger eine FEIERWEHR! Weil die Kameraden einmal ein Bier trinken. Wow! Die Mitbürger der jeweiligen Gemeinden sollten einfach zu ihrer zuständigen Feuerwehr gehen und sich erkundigen und somit einen Einblick bekommen, was wir eigentlich leisten müssen! Es ist einfach nur unverschämt, solche Vorurteile zu hören! "
Feuerwehrfrau aus München"



DANKE!!! Ein herzliches DANKESCHÖN, an den Autor dieses Beitrags, ich habe selten so positive Artikel aus der Sicht eines Retteres gesehen, denen ich auch mal beipflichten kann!


Quelle des Artikels:




In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein dienstfreies, erholsames und schönes Wochenende, macht euch auch noch ein Bierchen auf, ich genieße gerade auch ein kühles Blondes ;-)






Bis die Tage ;-)




Thomas



Donnerstag, 9. Juli 2015

begeistert

begeistert ...

... und ein herzliches Moin Moin an Euch und Sie.


Ich habe heute ein Video im Internet gefunden, in welchem ein amerikanischer Kinderarzt (Dr. Michael Darden) zu sehen ist, dessen Leistung wohl so einzigartig ist.


Das Video, welches ich meine:






"Verblüffendes Talent 

Unglaublich, wie dieser Arzt einem Kind eine Spritze gibt

Wenn Babys und Kinder zum Arzt müssen, freuen sie sich nicht besonders. Wenn es dann auch noch eine Spritze geben soll, haben viele Kinder große Angst davor. Doch Dr. Michael Darden aus Washington D.C. hat einen Trick gefunden.
Dieser Arzt hat es wirklich drauf. So gut wie Doktor Michael Darden aus Washington D.C., kann wohl kaum jemand mit Kindern umgehen. Er nimmt diesem Baby mit ganz simplen Tricks die Angst vor der Spritze. Durch das Herumalbern des Doktors wird das Kleine so sehr abgelenkt,  dass es die Impfung überhaupt nicht mitbekommt. Auch als der kleine Patient die Schmerzen des Stiches spürt, weiß der Arzt sofort Rat. Somit ist die angsteinflößende Impfung schnell und ohne viele Tränen überstanden. So einen Doktor wünschen sich doch wirklich alle Eltern für ihr Kleines."



Quelle:
http://www.focus.de/gesundheit/videos/nie-wieder-panik-vor-spritzen-wie-dieser-arzt-einem-kind-die-angst-nimmt-ist-fantastisch_id_4021738.html




Website von  Dr. Michael Darden

http://www.drmichaeldarden.com/index.html


Weblog von Dr. Michael Darden

http://www.drmichaeldarden.wordpress.com/


Donnerstag, 18. Juni 2015

nachdenklicher Text

Servus miteinander.


Heute habe ich mal einen Text vorbereitet, welcher etwas zum Denken anstoßen soll. Der Text wurde aus der Sicht eines Heimbewohners geschrieben. Mehr erfahrt ihr / erfahren Sie während des Lesens.



"Stumme Schreie


Ich wache auf, um mich herum ist es stockfinster, nicht einen kleinen Spalt haben sie im Rollo gelassen, selbst das Licht der Straßenlaternen muss draußen bleiben. Ein furchtbares Jucken an der Nase hat mich geweckt, aber ich kann mich nicht kratzen, ich kann auch nicht klingeln, um Hilfe zu holen. Vor einem Jahr hatte ich einen Schlaganfall, seit dem bin ich ans Bett gefesselt, kann nicht mehr sprechen, meine Arme und Beine haben starke Kontrakturen, das Schlucken ist sehr mühsam. Darum liege ich in diesem Pflegeheim, tagein tagaus bin ich auf fremde Hilfe angewiesen, nicht die kleinste Bewegung kann ich alleine machen. Nie hätte ich gedacht, dass ich einmal so enden werde, ja, das hier ist meine Endstation ...

Vor der Zimmertür rumpelt es, ich muss noch einmal eingeschlafen sein. Da öffnet sich auch schon die Tür, die grelle Deckenlampe wird angemacht und ein forsches "Guten Morgen" schallt aus dem Mund der Schwester. Es sind zwei Schwestern. Die eine poltert ins Bad, um die Waschschüssel zu holen, die andere tritt an mein Bett und zieht mit dem Satz: "Jetzt wollen wir mal waschen!", die warme Decke von meinem Körper. Die Luft im Zimmer ist kalt und ich fühle mich nackt und elend, wie gerne würde ich jetzt schreien, leider verstehen die beiden die Sprache meiner Augen nicht. Nun beugen sie sich über mich, um mit der Prozedur des Waschens zu beginnen. Die eine richt nach einem starken süßen Parfüm, die andere wird noch umhüllt vom Knoblauch des Vorabends und der ersten Morgenzigarette.
 
So werde ich zwischen diesen beiden Geruchtsfronten hin und her gerollt. Bald ist mir übel, ich weiß nicht, ob vor Scham und Elend oder ob meine Geruchsnerven die Belastung nicht mehr ertragen. Sie kichern und schwwatzen über meinen Kopf hinweg, ob sie überhaupt wahrnehmen, dass vor ihnen ein hilfloser Mensch liegt. Zu ihrer Unterhaltung haben sie das Radio eingeschaltet, was hier als Musik angeboten wird, bezeichnet unsere Generation als Lärm. Es ist mein Zimmer, es ist mein Radio, aber ich kann mich nicht wehren.

Nach einer endlosen Viertelstunde sind sie endlich fertig, sie haben keinen ganzen Satz mit mir gesprochen, ich kann ja so wie so nicht antworten. Mir ist immer noch übel, mir ist kalt und ich schäme mich über meine Hilflosigkeit. Sie haben vergessen den Lärm aus dem Radio abzuschalten, ich kann nichts dagegen tun. Ich bin vollkommen erschöpft und versuche ich die Welt des Schlafens zu flüchten.

Vielleicht ist heute der Tag, an dem die nette Frau am Nachmittag kommt. Sie legt immer meine Lieblingskassette ein, liest mir vor, streichelt meine Hand und redet mit mir, obwohl ich ihr nicht mit Worten antworten kann, sie versteht wohl die Sprache meiner Augen.

Hoffentlicht ist heute dieser Tag ..."

(Quelle leider nicht bekannt) 




So hart Das auch klingen mag. Man darf nicht vergessen, dass genau diese Situationen (oder ähnliche Situationen) das tägliche Geschäft in deutschen Krankenhäusern und Pflegeheimen darstellt. Ja, nicht in jedem Krankenhaus und nicht in jedem Pflegeheim, jedoch stellt dies auf grund der ständig wachsenen Belastung und des ständig größer werdenden Druckes mehr oder weniger die Realität dar.


An dieser Stelle schmeiße ich auch gleichzeitig eine Frage in den Raum. Wie empathisch können pflegende Kräfte überhaupt sein? Wie empathisch dürfen sie sein, wie sehr dürfen sich Pflegekräfte in den Patienten hineinversetzen? Ist dies nicht mittlerweile - aufgrund der Gesundheitspolitik - ein Grund, weshalb Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser mitunter rote Zahlen schreiben?


Ich kenne diese Situation aus eigener Erfahrung und konnte mir - wofür ich sehr dankbar bin - meine eigene Sicht auf diese Situation verschaffen. Zum einen aus der Krankenhausseelsorge, zum anderen aus der Pflege. Als Pfleger hat man keine Zeit für derartige Tätigkeiten, so scheint es. Die Bürokratie wird immer mehr. Über jedes Kissen-beziehen muss man im Patientenstammblatt einen Vermerk machen, über jedes Anreichen von Tee oder Wasser. Wird auch nur ein Kreuzchen falsch gesetzt oder vergessen, werden Leistungen plötzlich nicht getragen, nicht bezahlt!


Wenn ich an die Zeit im Krankenhaus zurück denke muss ich sagen, dass weniger als 1/3 der Zeit am, bzw. beim Patienten verbracht wird, der Rest der Zeit muss mit Dokumentation, Vorbereitung und Nachbereitung verbracht werden. Ein durchschnittliches Stammdatenblatt eines Patienten, welcher fünf Tage auf einer chirurgischen Station liegt umfasst (inklusive Arztberichte etc.) um die 20 bis 30 Blatt, je nach Pflegeaufwand und Erkrankung. Auf der Intensivstation können es auch mal doppelt so viele sein. Ist das nicht ein krankes System?


Im Gegensatz zur Pflege habe ich wie erwähnt auch die Sicht aus dem Bereich der Krankenhausseelsorge erleben dürfen. Für diese bin ich über zwei Jahre tätig gewesen. Dort konnte und durfte ich erfahren, dass man herzlich aufgenommen wird. Herzliche angenommen wird. Und jederzeit gerne gesehen ist. Aber warum? Nicht, weil man etwa Krankenhausseelsorger ist, nein. Weil man Zeit mitbringt Man hat die Zeit eine gewisse Vertrauensbasis aufzubauen, eine gewisse Beziehung und vorallem, weil man immer etwas ganz besonderes im Gepäck hat. ZEIT.


Leider wird jedoch gerade dies häufig nicht mehr finanziell ermöglicht. Diese Tätigkeit rutscht immer mehr in den ehrenamtlichen Teil ab, immer mehr dieser "Besuchsdienste" werden nur noch auf ehrenamtlicher Basis realisiert. Aber warum? Eigentlich traurig und schade, da auch diese Tätigkeit der Genehsung beiträgt. Vergleicht man einen Patienten, der regelmäßig Besuch bekommt mit einem Patienten, welcher auf sich allein gestellt ist und außer der Bettnachbarn gar keinen sozialen Kontakt nach außen hat - während des KH-Aufenthalten -, so wird man feststellen, dass zweitere Patientengruppe schneller zu Depressionen neigt, was dem Genehsungsprozess auch nicht beiträgt.


Um zu einem Ende zu finden. Ich möchte an alle Pfleger (egal ob Pflegeheim oder Krankenhaus), an alle Ärzte und an weiteres medizinisches Personal appellieren. Denkt / denken Sie daran, dass es sich bei den Patienten nicht um einen Gegestand, nicht um ein Stück Holz oder Metall handelt, sondern um einen Menschen, der - egal in welcher Situation er sich befindet (auch egal, ob sediert, etc.) - auch Würde und Respekt UND einen menschlichen Umgang verdient hat. Auch du kannst morgen an dieser Stelle liegen und würdest dir dies wünschen!!!



In diesem Sinne ... bis die Tage!!!

Mittwoch, 17. Juni 2015

"Wem hilft es, wenn ich Goethe analysiere"

Moin Moin.


Unter der oben bereits aufgeführten Unterschrift ist im März diesen Jahres ein Artikel erschienen, den ich heute im weltweiten Netz gefunden habe.


In dem Artikel heißt es:


" "Wem hilft es, wenn ich Goethe analysiere?"

 
Sie wollten Jura oder Medizin studieren. Doch sie wurden abgelehnt oder bekamen kein Bafög. Nicht alle leben ihren einstigen Traum. Vier Geschichten von der zweiten Wahl von Susan Djahangard


Was willst du mal werden? Jedes Kind, jeder Jugendliche entwickelt irgendwann einen Traum, eine Idee, was er oder sie einmal machen möchte. Doch nicht alle erreichen ihr Ziel. Wie lebt es sich mit der zweiten Wahl?


Wem hilft es, wenn ich Goethe analysiere? 


In der elften Klasse habe ich ein Praktikum im Krankenhaus gemacht. Ich war während einer Gallenblasen-OP dabei und durfte die Gallenblase danach aufschneiden. Nach dieser Woche war ich mir sicher: Ich möchte Ärztin werden. In der Oberstufe habe ich Biologie als Hauptfach gewählt, um mich auf das Medizin-Studium vorzubereiten. Aber ich war naiv: Ich wusste nicht, wie die Zulassung für das Studium funktioniert. 


Mein Abi war mit 2,0 zu schlecht, ich wurde abgelehnt. In Bolivien habe ich dann ein FSJ gemacht und danach in Köln angefangen, Romanistik und Germanistik zu studieren. 


Nach meinem ersten Studienjahr bin ich durch Ostafrika gereist. Dort habe ich deutsche Medizinstudenten getroffen. Eine erzählte mir, dass auch sie erst keinen Studienplatz hatte und deshalb vorher eine Ausbildung gemacht hat. In Uganda habe ich mit einer Ärztin von Ärzte ohne Grenzen gesprochen, die Aids-Waisen betreut. Als ich wieder in Deutschland in der Germanistik-Vorlesung saß, habe ich mich gefragt: Wem helfe ich, wenn ich Goethe analysiere?


Deshalb habe ich mich einen Monat später auf eine Ausbildung als Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin beworben. Ich habe Patienten gespritzt, den Blutdruck gemessen und sie gewaschen, Medikamente verteilt und im OP zugeschaut. Die Schule fand ich eher langweilig. Der Unterricht war rein praxisorientiert, immer wenn ich dachte, jetzt wird es interessant, haben wir aufgehört. 


Jedes Semester habe ich mich wieder auf Medizin-Studienplätze beworben. Ich kannte alle Vergabeverfahren in Deutschland: Manchmal zählt nur die Abi-Note, an anderen Unis gibt es Wissenstests oder Bonuspunkte für Praktika und Ausbildung. Auch im Losverfahren werden Studienplätze vergeben, deshalb habe ich jedes Semester Postkarten mit meinem Namen und Studienwunsch an die Unis geschickt. 


Letzten Sommer bin ich zum Bewerbungsgespräch nach Greifswald eingeladen worden. Auf einen Platz kamen drei eingeladene Bewerber, das würde knapp werden! Nach anderthalb Wochen sollte ich per Mail Bescheid bekommen. An dem Tag hatte ich Frühdienst. Nach der Arbeit habe ich auf meinem  Handy  gesehen, dass ich eine Nachricht aus Greifswald hatte. Ich habe gezittert, dass ich die Mail kaum öffnen konnte. Als ich die Zusage gelesen habe, konnte ich es erst mal gar nicht glauben. Dann habe ich mich so gefreut, endlich das machen zu können, was ich seit sechs Jahren wollte, dass mir die Tränen kamen.


Viele haben mich gefragt, ob das nicht schrecklich ist, von Köln nach Greifswald zu gehen. Mir ist das total egal. Ich bin so glücklich, endlich Medizin studieren zu können. In meinem ersten Semester habe ich alles bestanden.  


Ich habe mich oft darüber geärgert, dass ich mich in der Schule nicht stärker angestrengt habe. Aber auch, dass so viele Studienplätze über den NC vergeben werden. Einige Leute studieren Medizin, weil sie gute Noten haben, wollen aber gar nicht unbedingt Ärzte werden. Ich musste sehr lange warten, obwohl das immer mein Traum war. Die Zeit dazwischen hat sich für mich trotzdem gelohnt: In meinem Studium fällt mir vieles leichter, weil ich den Uni- und Krankenhausbetrieb schon kenne. Und ich werde wie andere Kommilitonen während dem Studium keine Zweifel mehr bekommen. Ich weiß, dass ich unbedingt Medizin studieren möchte. 


Jana Lehmann, 23 Jahre "



Quelle:    zeit.de  explizit zum Artikel:   http://www.zeit.de/studium/hochschule/2015-03/studium-zweite-wahl